Samstag, 26. Januar 2019

Gitarrenlehrer aus Mexiko bringt frischen Wind in die Musikschule - NGZ 16.01.2019


 An der Musikschule Grevenbroich gehört Gitarrenunterricht neben dem am Klavier zu den beliebtesten Lerneinheiten. Auch deshalb komplettiert ein weiterer Gitarrenlehrer jetzt das Team: Missael Juniel Fragoso Rivero. „Musik ist das allerwichtigste in meinem Leben“, bekennt der gebürtige Mexikaner.
Junge Leute von der „mitreißenden Kraft, die in Melodien und Notenwerk steckt, zu begeistern“ – das ist sein Ziel. Sein eigener Weg in diesen „magischen Kosmos“ hin zum perfekten Spiel an verschiedenen Gitarren wie der romantischen, der achtsaitigen oder der Barockgitarre begann verhältnismäßig spät. Zwar spielt Musik in Mexiko eine allgegenwärtige Rolle, „in der Familie und auf der Straße – gesungen wird immer“, aber er griff erst mit 15 Jahren zum ersten Mal zur Gitarre. Inspiriert von den politischen Liedern des Kubaners Silvio Rodrigez („ich habe zwar damals nicht inhaltlich alles verstanden, aber die Melodien trugen mich davon“) begann er konzentriert und diszipliniert zu üben und an seiner Virtuosität zu feilen. „Eigentlich habe ich viel zu spät angefangen. Ich habe alles dafür getan, die verlorenen Jahre aufzuholen.“
Allerdings musste er sich dabei auch gegen den Widerstand des strengen Vaters durchsetzen. Nach dem Abitur mit naturwissenschaftlichen Schwerpunkt wollte Missael Fragoso Musik studieren. „Meine Eltern haben mich finanziell nicht unterstützt“ – also hat er bereits 20-jährig angefangen zu unterrichten. „Wissen an andere zu vermitteln ist mein Alltag“, sagt er über die inzwischen elfjährige Lehrtätigkeit. Parallel zum Diplom an der Musikhochschule in Mexico-City besuchte er Meisterkurse. „Mein großes Glück war mein eigener Gitarrenlehrer, der Festivals organisierte.“ So gab es einen direkten Zugang zu Spitzenmusikern. Mit dem Abschluss in der Tasche ging es 2015 für den jetzt 31-Jährigen nach Düsseldorf an die Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf, „ich wollte meinen Horizont erweitern und mich weiterentwickeln“.
Von all dem Können sowie seiner Leidenschaft für die Gitarre sollen andere profitieren. Wenngleich nicht jeder Gitarrenschüler gleich motivierbar ist, macht Fragoso die „Lehrtätigkeit großes Vergnügen“. Deutschland übrigens gefällt ihm „wunderbar“. Er sagt: „Klar vermisse ich meine Familie und mein Land. Dafür begegne ich hier vielen wunderbaren Menschen.“

Donnerstag, 17. Januar 2019

Ottmar Nagel feiert Dienstjubiläum an der Musikschule Grevenbroich - NGZ 14.01.2019

 Schon als kleiner Junge hat er „alles, was Töne macht oder ein Geräusch erzeugt“, gern ausprobiert. Aus der Leidenschaft wurde ein Beruf, seit 40 Jahren ist Ottmar Nagel inzwischen im öffentlichen Dienst.
Der stellvertretende Leiter der Grevenbroicher Musikschule kümmert sich seither als Gitarrenlehrer um den guten Ton beim musizierenden Nachwuchs.
Was der inzwischen 64-Jährige zu vermitteln versucht, ist nicht nur ein spezifisches Können – „jedes Instrument stellt seine eigenen Herausforderungen“. Für mindestens ebenso wichtig erachtet der gebürtige Gocher „Spaß und Freude des Musikmachens“ zu transportieren. Und zwar nicht nur einem kleinen Kreis, sondern am liebsten jedermann. Das Image von der Tochter aus gutem Hause, die an der Musikschule Klavier lernt, sei längst passé. „Natürlich gibt es noch immer die Spitzenförderung“, etwa für Wettbewerbe wie Jugend musiziert. Diese Wettbewerbe sind wichtig, weil die „Schüler so ein Ziel haben, auf das sie hinarbeiten und das für das weitere Musikerleben motiviert“. Parallel dazu ist die Breitenförderung genauso relevant. „Kreisweit geht die Musikschule Grevenbroich Kooperationen mit Grundschulen und weiterführenden Schulen ein.“ Seit April 2012 trägt Ottmar Nagel als Stellvertreter von Musikschulchefin Ruth Braun-Sauerwein hier Verantwortung.„Ich mache nicht bloß einen Job, ich bin glücklich in meinem Beruf“, schwärmt er über die verschiedenen Aufgaben, vor allem aber die Arbeit mit seinen Schülern.
Zwischen Akkordeon, Trompete und anderen Musikinstrumenten groß geworden, lernte er zunächst Geige, ehe Ottmar Nagel zur Gitarre griff. „Freunde von mir wollten eine Band gründen“, damals wurde Blues-Rock von den Rolling Stones bis Wishbone Ash gecovert. Seither ist er der Gitarre treu geblieben. Nach dem Abi erfolgte ein Lehramtsstudium in den Fächern Musik und Englisch an der Pädagogischen Hochschule Neuss mit einem Examen für die Sekundarstufe I. Zusammen mit dem Musikerkollegen Lori Lorenzen gründete er 1981 das Duo „Alvorada“, das es auch wegen verschiedener Platten sowie umfangreicher Konzerttätigkeit zu einiger Berühmtheit brachte. Mit der Familiengründung Ende der 80er Jahre wurde das Projekt allerdings auf Eis gelegt, aber immer mal reaktiviert. Zuletzt trat Alvorada anlässlich der Gitarrenwoche in der Villa Erckens auf.
„Ich schätze Ottmar Nagel sehr“, sagt Ruth Braun-Sauerwein über ihren Kollegen. „Sowohl seine fachliche Qualifikation, als auch seine persönliche Haltung, er ist mit Leib und Seele Musikpädagoge und Künstler“, bilanziert sie über die „ideenreiche Team-Arbeit“.

Lehrer begeistert Kinder für die Musik - NGZ 9.01.2019

 Kooperationen mit Schulen nehmen zu und werden wichtiger. Deshalb hat die Musikschule im Herbst 2018 einen eigenen Fachbereich mit Klaus Mader an der Spitze installiert. Der 44-Jährige koordiniert kreisweit Projekte.
Das Musikprojekt „Sing-Pause“ soll Grundschülern Liebe zu Melodie, Rhythmus und eigenem Gesang vermitteln. Ursprünglich in Düsseldorf entwickelt, wird das Konzept seit fünf Jahren ebenfalls in Grevenbroich umgesetzt. „2014 haben wir mit zwei Grundschulen und 150 Kindern angefangen“, erinnert Ruth Braun-Sauerwein, Leiterin der Musikschule des Kreises, an die Anfänge an der Gebrüder-Grimm- und der St. Martin-Schule. Parallel dazu soll auch das Projekt JeKits („Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“) in musikalische Bewegung bringen. Und weil beides so erfolgreich läuft – inzwischen sind es etwa 750 „Sing-Päusler“ sowie 300 „JeKits“ – hat die Musikschule  einen neuen Fachbereich namens „Grundschulkooperationen“ eingerichtet.
„Er wurde im Oktober   ins Leben gerufen“, erklärt die Musikschulleiterin. Denn mit der „rasanten Anzahl der Kooperationen“ stieg auch der Verwaltungsaufwand. Leiter des Fachbereich ist Klaus Mader. Als „Herzensangelegenheit“ beschreibt er die Aufgabe. Denn der 44-Jährige nennt sich selbst „das beste Beispiel“, was Musik im Menschen bewirkt: „Ich bin glücklich“, erklärt er die Wirkung von Melodien.
Akkorde und Co. bewirken, wie er aufzählt, nicht nur „gute Musikalisierung“ und wecken bei den Jüngsten die Neugier, mehr sie zu erfahren. „Die Sing-Pause ist gelebte Integration“, nennt er einen „weiteren großen Wert“. Dass neben seiner Tätigkeit als Gitarren- und Lautenlehrer jetzt der Job als Schnittstelle und Vermittler dazu gekommen ist,  passt: „Ich habe selbst über eine Arbeitsgemeinschaft an der Schule den Weg zur Gitarre gefunden.“
Nach AG und Musikschule folgte das Studium an den Unis in Münster, Mailand und Köln. Neben Konzerttätigkeiten ist er in der  Musikschule des Kreises seit Oktober 2010 tätig, nach einer Weiterbildung zum sogenannten Ward-Lehrer ist er „bestens für die Leitung des Fachbereichs geeignet“, wie Ruth Braun-Sauerwein sagt. Und Klaus Mader hat viel vor.
„Wir würden gerne flächendeckend kooperieren“, lautet sein Ziel, „möglichst viele Kinder zu erreichen. Übrigens nicht allein in Grevenbroich, die Fachbereichsleitung umfasst ebenso Korschenbroich und Jüchen. „In Grevenbroich sind wir bereits stark aufgestellt. Das wollen wir auch in den anderen Städten erreichen.“ Dazu gehört, Schulrektoren zu informieren und mit der jeweiligen Elternschaft ins Gespräch zu kommen. Wichtiger Anknüpfungspunkt sind dabei die jeweiligen Fördervereine – die Projekte müssen, je nach Dauer und Umfang, finanziell unterstützt werden.
Klaus Mader kümmert sich darüber hinaus darum, geeignete Musiklehrer aus den eigenen Musikschulen zu finden und sie für die anstehenden Aufgaben auszubilden. Auch eigens entwickelte Programme, die zu den Kindern passen und ihr Interesse wecken, konzipiert er – „und zwar nicht alleine, sondern im Team“. Wie das klingt, wird bei Projektkonzerten hörbar. „Es ist einfach toll, mit welcher Haltung und Freude die Kinder dabei sind“, sagt Klaus Mader.

Jüchener komponiert Werk für die Weihnachtsmessen - NGZ 20.12.2018

 Eine Komposition von Kirchenmusiker Wilhelm Junker wird in drei Weihnachtsmessen in Jüchen aufgeführt.
Seit vielen Jahren findet in jedem Sommer in der norditalienischen Stadt Levico eine Chorfreizeit statt, die vom „res-musica“-Team um den Neusser Kirchenmusiker Guido Harzen organisiert wird. Für eine Woche treffen sich sangesbegeisterte Menschen, um ein anspruchsvolles Musikprogramm einzustudieren und zum Abschluss im Rahmen eines Gottesdienstes und eines Konzertes in der örtlichen Kirche aufzuführen. Vor zwei Jahren wurde an den Jüchener Kirchenmusiker Wilhelm Junker die Bitte herangetragen, genau für diesen Rahmen eine Messe zu komponieren. Das Ergebnis ist die „Missa per il Trentino“ für Solosopran, Trompete, Horn, Posaune, Orgel und Chor, die in diesem Jahr in Levico erfolgreich uraufgeführt worden ist. An den Weihnachtstagen wird nun die Kirchenchorgemeinschaft Hochneukirch-Jüchen-Otzenrath zusammen mit der Jüchener Kantorei und Instrumentalisten diese Messe gleich dreimal aufführen. Wilhelm Junker studierte an der Musikhochschule Köln bei Erich Penzel mit dem Hauptfach Waldhorn/Orchestermusik. Sein Interesse an einer umfassenden musikalischen Ausbildung führte ihn 1984 an die Kirchenmusikschule St. Gregorius-Haus in Aachen, wo er 1988 sein Examen ablegte.
Heute arbeitet er als Kirchenmusiker (seit 1988 Pfarre St. Pantaleon in Hochneukirch, seit 2010 in der GdG Jüchen) und Musikpädagoge am Niederrhein (Jugendmusikschule des Rhein Kreises Neuss sowie an der Kreismusikschule Viersen). Von 1994 bis 2017 war er musikalischer Leiter des „Stadtorchesters Korschenbroich“.
Im Rahmen seiner kirchenmusikalischen Tätigkeit leitet er den Kirchenchor Hochneukirch/Jüchen/Otzenrath, den Gospelchor „Spiritual Voices“ sowie den Projektchor „Jüchener Kantorei“. Außerdem betreute er die Konzertreihe „Orgelforum St. Pantaleon“, die inzwischen in die Konzerte der „Jüchener Kirchenmusik“ übergegangen ist. Seine Kenntnisse im Bereich der Bläsermusik nutzt er auch kirchenmusikalisch für zahlreiche Arrangements, zu denen in letzter Zeit auch eigene Kompositionen traten. So wurde im Jahr 2012 seine „Missa con corno“ für vier Naturhörner und Chor uraufgeführt, der im Jahre 2013 die „Missa paschalis“ für Blechbläserquintett und Chor folgte. In 2018 folgte die Uraufführung der diesjährigen Weihnachtsmesse „Missa per il Trentino“.
Seit 1999 ist er Mitglied im Blechbläserquintett „International Brass“, das auf sehr erfolgreiche Konzerte im In- und Ausland zurückblicken kann. Durch seine zahlreichen Bearbeitungen trug er wesentlich zum individuellen Klangbild des Ensembles bei. Ein besonderes Anliegen sind ihm Auftritte in der Besetzung Horn und Orgel. Außerdem ist er kammermusikalisch aktiv, u.a. im „Trio concordanza“, das Werke für Horn, Violine und Klavier aufführt sowie im Holzbläserensemble „Silvanus-Quintett“.
Die deutsch-französische Sopranistin Christine Léa Meier wurde in Mönchengladbach geboren und begann dort ihre Gesangsausbildung mit elf Jahren bei Renate Fellner. Von da an nahm sie erfolgreich an zahlreichen Musikwettbewerben im In- und Ausland teil, wobei sie unter anderem 2002 den ersten Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ gewann. Sie studierte an der Musikhochschule Köln sowie an der Musikhochschule Trondheim (Norwegen). Sie ist eine international gefragte Interpretin.

Sinstedener Klassik wird 2019 fortgesetzt - NGZ 10.12.2018

 Die Gemeinde Rommerskirchen beteiligt sich erneut an der Finanzierung der Konzertreihe. Bürgermeister Martin Mertens übernimmt die Schirmherrschaft.
Die Erstauflage in diesem Jahr soll keine Ausnahme bleiben. Auch im kommenden Jahr soll „Sinstedener Klassik“ im Kreiskulturzentrum erhalten bleiben. Hierin sind sich Kathrin Wappenschmidt, die Leiterin des Kulturzentrums, und Bürgermeister Martin Mertens einig.
Die Gemeinde wird mit einem erneuten Zuschuss dazu beitragen, dass die Kooperation mit der Musikschule des Rhein-Kreises Neuss, der Deutschen Kammerakademie am Rhein sowie der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf fortgesetzt werden kann. Die neue Klassikreihe hat es sich zum Ziel gesetzt, insbesondere jungen Musikern die Möglichkeit zu öffentlichen Auftritten zu geben. „Ich finde es grandios, dass man die einfach nach Rommerskirchen holen kann“, sagt die Leiterin des Kreiskulturzentrums, das bereits über eine anderthalb Jahrzehnte währende Blues-Tradition verfügt, in dem andere Musikrichtungen sich bislang allerdings nicht dauerhaft behaupten konnten. Alle Musiker, die in der Reihe auftreten, haben bereits Wettbewerbe gewonnen oder sind anderweitig ausgezeichnet worden.
Weit und breit gebe es keine Klassikreihe, die sich in dieser Weise der Jugendförderung verschrieben habe, ist sie überzeugt. „Wir sind höchst zufrieden, dass wir die Kooperation hinbekommen haben“, sagt Kathrin Wappenschmidt mit Blick auf die Gemeinde. Bei Bürgermeister Martin Mertens hat sie wohl auch nicht zuletzt deshalb ein offenes Ohr für die Reihe gefunden, weil der selbst ein Klassikfan ist , wobei er nicht zuletzt Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ schätzt. Mertens wird denn auch erneut die Schirmherrschaft übernehmen. „Ich möchte, dass die ,Sinstedener Klassik’ auf Rommerskirchener Gebiet bleibt, unter anderem deshalb ist Martin Mertens Schirmherr“, sagt Kathrin Wappenschmidt. Konzerte mit klassischer Musik hat es in der Vergangenheit zwar immer mal wieder gegeben, eine regelrechte Veranstaltungsreihe gab es erstmals in diesem Jahr. Der Gedanke an ein solches Programm entstand vergangenes Jahr, auch vor dem Hintergrund wegfallender Sponsoren, wie etwa der Rhenag, die zehn Jahre lang federführend beim sommerlichen Tiertag auf dem gesamten Museumsgelände mitwirkte.
Gefördert wird die neue Klassikreihe auch durch den Verein „Freunde des Kulturzentrums Sinsteden“, dessen Vorsitzender der frühere Bürgermeister Albert Glöckner ist.
Perspektivisch kann sich Kathrin Wappenschmidt sogar vorstellen, mit Klassikkonzerten über das Kreiskulturzentrum hinaus im gesamten Gemeindegebiet präsent zu sein. Große Gehöfte oder andere geschichtsträchtige Bauwerke könnten. Das - in dieser Form natürlich nicht zu erreichende - Leitbild ist das Schleswig Holstein Musik Festival, bei dem auch an Orten gespielt wird, die man sich zuvor in Verbindung mit Klassik nicht vorstellen konnte.

Jazzcafé im Sandbauernhof Liedberg - NGZ 6.12.2018

 Der Sandbauernhof in Liedberg bleibt auch im neuen Jahr ein wichtiger Austragungsort des Jazzcafés.
Es wäre doch schön, die 22. Jazz-Café-Reihe mit einer Weltgröße beginnen zu lassen, dachte sich Leonard Gincberg und ließ Taten folgen: Am 8. Februar 2019 wird Jazz-Ikone Barbara Dennerlein in der Aula des Gymnasiums den kommenden Konzertreigen eröffnen. Für die vielfach ausgezeichnete Musikern wird es der vierte Auftritt in Korschenbroich sein. Sie gilt zu Standards sowie Eigenkompositionen als Meisterin an der Hammond-Orgel und jongliert mit Elementen von Swing, Bebop, Blues, Soul, Latin und Funk. Verstärkt wird sie an diesem Abend durch den Tenorsaxofonisten und Flötisten Jörg Kaufmann sowie Leonard Gincberg, der seit 20 Jahren immer wieder mal mit der Musikerin zusammenarbeitet. Dennerleins Auftritt in der Aula ist ihrer Prominenz geschuldet. Der Sandbauernhof mit der besonderen Nähe zwischen Musikern und Publikum soll der Reihe auch in Zukunft erhalten bleiben, wie Bürgermeister Marc Venten bei der Programmvorschau im Rathaus betont. Im März gastiert das Duo Alvorado mit den Gästen Lori Lorenzen und Ottmar Nagel wie gewohnt in Liedberg. Die Eigenkompositionen des Duos sind inspiriert von unterschiedlichen musikalischen Traditionen wie Bossa Nova, Jazz, Flamenco und klassischer Gitarre. „Das ist vielfach eine schöne getragene Musik, auch bestens geeignet für Leute, die sich weniger mit Jazz beschäftigen“, sagt Gincberg.
Für 2019 hat er in der Planung auf eine besondere Breite der vielfältigen Stilistik rund um den Jazz gesetzt. Das Trio Elf, nach seiner Einschätzung eine der meist beachteten Jazzformationen Deutschlands, kombiniert im Mai mit flirrenden Rhythmen und dynamischen Brüchen Jazz und mit Elementen des HipHop. „Sie ist eine stille Sängerin in Art der Singer-Songwriter und Multiinstrumentalistin“, schwärmt Gincberg bei der Vorstellung von Hannah Köpf, die im August mit Band kommt. Inga Lühning trat erst vor einiger Zeit mit Herbert Grönemeyer auf, und André Nendza erhielt 2012 den Echo-Jazz in der Kategorie „Bass, national“. Im Sandbauernhof werden die Jazz- und Popsängerin sowie der Bassist und Komponist Stimme und Kontrabass pur bieten sowie in Verbindung mit Looper, Effekten und Bass-Schlitztrommel, gerne auch auf „improvisatorischen Abwegen“. Das Ensemble „Talking Horns“ beschließt das Jahresprogramm 2019 am Nikolaustag. Mit dem Auftritt der Blechbläser erfüllt sich Gincberg den schon länger gehegten Wunsch, eine Band mit musikalischen Bezügen zum Weihnachtsfest einzuladen. Unter dem ironischen Titel „Why?nachten – vier verwirrte Hirten packen aus“ beschäftigen sich die vier Blechbläser mit musikalischen Definitionen zum Fest. In der Reflexion von Psalmen und Weihnachtsliedern versprechen sie eine Zeitreise bis hin zu Werken von Praetorius und Bach.
Info 8.2.: Barbara Dennerlein Trio. 15.3.: Alvorado und Gäste. 10.5.: Trio Elf. 30.8: Hannah Köpf Band. 4.10.: Inga Lühning und André Nendza. 6.12.: Talking Horns. Jeweils 20 Uhr. Ein Abo für alle Konzerte kostet 90 Euro. Bestellungen unter 02161 613107

Sonntag, 2. Dezember 2018

Von alter Musik bis Rock: Gelungenes Gitarrenkonzert der Musikschule Rhein-Kreis Neuss


Musik | 
Einen gelungenen Konzertnachmittag erlebten rund 70 Besucher beim Vorspiel der Nachwuchstalente der Musikschule Rhein Kreis Neuss. In der Villa Erckens standen junge Ensembles auf der Bühne. Im Rahmen der Grevenbroicher Gitarrenwochen präsentierten die Musikschüler ihr Können. Viele von ihnen spielten Stücke, die sie beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ im Januar 2019 vortragen werden. Dabei reichte die Bandbreite von Alter Musik bis hin zu folkloristisch oder rockig inspirierten Stücken.
Die Zuschauer erlebten, wie die jungen Talente mit viel Konzentration, aber auch mit Spielfreude ihre erarbeiteten Stücke darboten. Mit Nelly Bulla und Maike Deckmann boten solistisch zwei erfahrene Gitarrenschülerinnen klanglich hervorragende Beiträge, für die sie mit viel Applaus belohnt wurden. Nach über 40 Jahren als Lehrer an der Kreismusikschule wurde Walter Spang am Ende des Konzerts verabschiedet. Mit seinem Nachfolger Missael Fragoso und seiner langjährigen Schülerin Maike Deckmann spielte er Trio-Arrangements von Bach und Purcell. Musikschulleiterin Ruth Braun-Sauerwein dankte dem künftigen Pensionär für seine langjährige Tätigkeit und sowohl Publikum als auch viele Kollegen belohnten seine musikalische Darbietung mit langanhaltendem Beifall.